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Metaphorisches Webdesign 16. July, 2008

Filed under: Kategorielos — gossi @ 16:47

Nicht selten sieht man sich in der Situation, in der man als Webdesigner versucht zu verstehen, was der Kunde will. Oft mit dem Problem konfrontiert, dass der Kunde die dahinter stehende Technik nicht kennt. Dahingehend sind Erklärungsversuche, wie man die Wünsche des Kunden umsetzen möchte, irreführend und bilden sichtbar Fragezeichen (z.B. Suchmaschinenfreundlichkeit VS WYSIWYG-Editoren). Der Ansatz „Metaphorisches Webdesign“ geht dahin den Komplex Website als etwas gewohntes und nicht technisches darzustellen.

Als Beispiel für eine Website habe ich mir ein Haus überlegt. Zuerst wird also ausgemacht, was für ein Haus gebaut werden soll. Ein kleines Landhaus etwa? Oder mehr im Stile eines Wolkenkratzers? Vielleicht auch ein Kaufhaus/Mall, ein Firmen- oder sogar öffentliches Gebäude? Die Dimension wird dadurch noch nicht festgelegt, mehr darüber, welcher Inhalt darin zu finden sein soll und wie sich dieses Haus präsentiert. So kann sich in dem kleinen Landhaus ein riesiges Kellergewölbe befinden oder das Hochhaus hat keine Etagen – umgekehrt ist auch beides möglich. Gesetzte Grenzen stumpfen hier die Kreativität. Der Außenanstrich sorgt für das Haupterscheinungsbild – obwohl der Besucher das Haus von Innen sieht.

Als nächstes geht es um die Zimmeraufteilung. Das erste was zählt ist der Willkommensbereich in einem Haus. Das kann ein kleiner Flur sein, ein mehr oder wenig großes Foyer, evtl. sogar mit kleinen Ständen darin, die für Ihre Zimmer werben. Der zweite und dritte Blick fallen auf die Einrichtung und auf Türen die sich in diesem Haus befinden.

Mit den Türen kann es weiter gehen. So ein Haus muss sich nicht unbedingt an die auf der Erde geltenden physischen Gesetze halten, sondern kindliche Fantasie kann hier gerne einfließen. So können Türen an der Decke angebracht werden – oder bewegen sich sogar an der Wand. Hinter diesen Türen, in den Zimmern befindet sich der Inhalt. Aber Vorsicht! Bitte den Besucher nicht mit 100 Türen überfordern. Etwa 5 Türen sind gerade gut, damit Sie der Besucher erfassen kann um so auszuwerten, in welche Tür er eintreten möchte. Dahinter können sich Zimmer befinden oder auch Treppenhäuser, über die man in eine andere Etage des Hauses gelangt.

Bei der Zimmerplanung muss geklärt werden, ob spezielle Zimmer benötigt werden. So kann sich hinter der Tür im winzigen Flur eines kleinen Landhauses ein riesiger Marktplatz befinden. Durchaus können weitere Spezialzimmer notwendig sein. Etwa ein Kartenraum oder auch eine Lounge, in der sich die Besucher unterhalten können.

Weitere Eigenschaften und Finessen des Hauses. Dazu zählt zum Beispiel der Informationsstand, über den Besucher die Zimmernummer und Wegbeschreibung erfahren, in der sie etwas gewünschtes Finden. Weiterhin muss sich über die Beschaffung der Zugänglichkeiten Gedanken gemacht werden. Sollen in dem Haus auch Menschen mit Rollstuhl Zugang zu allen Zimmern erhalten. Werden Schrägen und Aufzüge zur Beförderung bereit gestellt? Und was ist mit Sehbehinderten Menschen? Es ist schön, könnte man Ihnen zu Anfang eine Lupe geben, um klein Geschriebenes besser zu lesen.

Ist die Zimmeraufteilung geklärt, so kann es an die Einrichtung gehen. Der Stil sollte hierbei für das ganze Haus durchgängig sein. Die Einrichtung kann dabei steril sein, wie etwa in einem Krankenhaus oder auch quietsch-kunterbunt wie in einem Kindergarten. Sehr edel ist immer ein schlichter Einrichtungsstil, in dem ab und zu einige Vasen mit Blumen stehen oder Bilder an der Wand hängen. Vorsicht jedoch! Bei zu viel Einrichtung ist das finden der Informationen schwierig, nicht nur für Besucher – auch für Suchmaschinen.

Haben die Bauarbeiter den Plan umgesetzt und das Haus steht, müssen sie noch dafür sorgen, dass Ihr Haus im Städteverzeichnis eingetragen ist, damit Ihr Haus auch gefunden und besucht werden kann. Am besten eignet sich hierzu Mundpropaganda, aber es gibt Stammverzeichnisse, die von mehreren Suchmaschinen abgefragt werden und über die Besucher den Weg zu Ihnen finden.

Mit diese Anschaulichen Beispiel lässt sich auch der Preis für den Kunden erklärend kalkulieren. Je umfangreicher und mit entsprechender Ausstattung wird das Haus entsprechend teuer. Wichtig ist es dem Kunden zu erklären, dass die Planung durchaus dauern kann, dafür aber kostensparend ist, da ein Hausumbau oder Neubau (wegen Abriss) sehr kostspielig enden kann.

Fazit: Es ist nur Eine Idee, ein Haus als Website zu abstrahieren. Es ist meine Idee, ich kann nicht versprechen, dass andere Personen mit dieser Idee erfolgreich sein können. Erst wenn man die Abstraktion mit der eigenen Persönlichkeit koppelt kann das Konzept aufgehen, daher freue ich mich aber auch über weitere Ideen und Ansätze.

Thomas Gossmann
Rodgau, 8. Juli 2008

 

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